Das Licht in unsern Herzen
Keltische Spiritualität und viel Musik
Aber schon stand der nächste Programmpunkt an: Kristel Neitsov-Mauer führte ein in die Idee einer keltischen Messe und gab einen wohlfundierten Abriss der Geschichte keltischer Spiritualität von der heidnischen Mythologie mit ihren vielen Gottheiten über die frühchristliche Missionstätigkeit weit nach Europa hinein bis in die gegenwärtige Zeit. Als Konstante über alle Zeiten erwies sich dabei die besondere Stärke, das Göttliche in den Alltag zu integrieren. In den zahlreichen, auch bei uns beliebten irischen Segenswünschen wird dies deutlich.
Nun war die Zeit gekommen, in die Kirche umzuziehen. Als ganz besonderer Sonntagsgottesdienst wurde die „Keltische Messe“ von Eugen Eckert (Text) und Peter Reulein (Musik) nicht einfach aufgeführt, sondern wirklich gefeiert: Kristel Neitsov-Mauer hatte das Ensemble Vox Vallis aus Eppstein und den Evangelischen Kirchenchor Flörsheim zu einem großen Chor vereinigt, als Solistin die Sopranistin Sujin Yang und für die Instrumente das Ensemble Annegret Sternagel (Flöte), Christine Schütz (Klavier), Hyejung Cho (Geige), Cordula Weiß (Cello) und Flavia Sobra (Tamburin) gewonnen.
Durchgängiges Thema des Gottesdienstes war das Licht: Licht, das von Gott ausgeht und in unsere Herzen leuchtet und das aus unseren Herzen leuchtet, wenn wir es weitergeben. Darauf ging auch Prädikantin Monika Dicke, die durch die Liturgie führte, in ihrer Predigt ein. „Das Licht in unsern Herzen“, so der Titel der Keltischen Messe, ist ein Geschenk Gottes, das uns auch in dunklen Stunden und schweren Tagen helfen will. Nach dem Vaterunser und dem Segen war der Chor noch einmal zu hören mit einem irischen Reisesegen und einem schallenden Halleluja, das sogar als Zugabe wiederholt werden musste.
Wer mochte, konnte bei einem kleinen Guinness-Bier im Gemeindehaus, das Heidemarie Reinhard herbstlich dekoriert hatte, den Nachmittag ausklingen lassen. Da war viel Begeisterung und Dankbarkeit zu spüren. Wir alle wissen, dass ein Gemeindefest nur durch viele Helfer zum Beweis einer lebendigen Gemeinde werden kann. Allen sei dafür von Herzen gedankt.
Und gewiss trugen alle – viele bewusst, einige vielleicht unbewusst – das Licht in den Herzen nach Hause und in die kommende Woche.
Aus dem Auferstehungs-Mosaik, Ausgabe 4/2023
