Ein Familienhaus und das Projekt 55 +/-
Langenhain, der höchstgelegene Ortsteil Hofheims, liegt auf 360 m Höhe im Taunus. Viele Besucher kommen hierher, im Winter zum Schlittenfahren, im Sommer zum Wandern in den weitläufigen Wäldern. Da öffnet sich immer wieder der Blick auf Natur, auf Frankfurt oder zum Odenwald, auf Felder, auf Neubaugebiete, auf den älteren Teil des Dorfes, auch auf den Bahai-Tempel. Aber wo ist eigentlich die Kirche im Dorf?, fragen viele Besucher irritiert.
Die Lage der Kirche ist untypisch, sie liegt nicht mitten im 3.500 Einwohner zählenden Ort, sondern am westlichen Ortsrand bei Wiesengrund und Kasernbach. Dort befand sich der älteste Ortskern und seit dem 14. Jahrhundert auch die Kirche. Ursprünglich gehörte das kleine Bauerndorf Langenhain zum Kurmainzer Gebiet, bevor es 1492 an den Landgrafen von Hessen fiel. Um 1530 hielt dann die Reformation Einzug, und Langenhain wurde evangelisch. Seit 1750 steht die barocke Kirche, die gerne für Hochzeiten ausgewählt wird, an ihrem Platz.
Nach dem 2. Weltkrieg und in den 60er Jahren wuchs der Ort stark, und auch katholische Mitbürger kamen hinzu. Ab da teilten sich beide Konfessionen die Kirche, bis das katholische Gemeindehaus mit Altarraum erbaut wurde.
Die evangelische Gemeinde, die seit jeher zusammen mit Lorsbach von einem Pfarrer betreut wurde, bemühte sich in dieser Zeit verstärkt um Selbständigkeit. Der Pfarrer wohnte bis dahin stets in Lorsbach, Pfarr- und Gemeindehaus befanden sich dort.
Im Jahr 1986 war es dann endlich so weit: Langenhain hatte eine eigene Pfarrstelle. Die Gemeinde realisierte mit großem Engagement den Bau von Pfarr- und Gemeindehaus. 1993 feierlich eingeweiht, bot es fortan allen Gruppen und Kreisen eine Heimat. Ein Außengelände mit Kirchgarten, Kräuterbeet, Rasenlabyrinth und Gemeinde-wiese komplettierten das Ensemble.
Am anderen Ende Langenhains, am höchsten Punkt im Osten, liegt das Evangelische Kinder- und Familienhaus, eine umfassende Erweiterung des Kindergartens, eingeweiht im Jahr 2011. Das rund 4.000 qm große Gelände am Waldrand gehört der Kommune, die Kirchengemeinde hat die Trägerschaft.
Seitdem gehen jeden Tag bis zu 650 kleine Füße dort ein und aus. Sie besuchen die Krippe, den Kindergarten oder die Schulkindbetreuung der benachbarten Grundschule. Um die fünfzig pädagogische Kräfte betreuen die Kinder, auch Elternbildung wird angeboten. Koordinatorin Christina Hofmann arbeitet eng mit dem Kirchenvorstand zusammen, eine wichtige Unterstützung für das achtköpfige Gremium.
Pfarrer Thorsten Heinrich betreut mit einer 75%igen Stelle seit Anfang 2025 die Gemeinde, wird aber bereits 2027 in den Ruhestand gehen.
Aktuell hat die Gemeinde noch rund 1.000 Mitglieder, eine ganze Reihe davon halten engagiert das Gemeindeleben lebendig. Regelmäßig trifft sich die Spätschicht, eine Gruppe älterer Damen, die gerne handarbeiten. Auch die Evangelischen Frauen treffen sich 14-täglich mit wechselndem Programm, oft auch mit den Lorsbacher Frauen.
Ebenfalls alle zwei Wochen lädt der Meditationskreis zum „Stillen Abend“ ein. Eine Kräutergruppe bietet jeden Monat einen Thementag, vom Kochen mit Frühlingskräutern bis zum Räuchern in den Raunächten. Noch zu nennen wären der monatliche Mittagstisch, der Kinderkirchentag, Opa-, Oma- und Enkelnachmittage sowie zahlreiche wechselnde Angebote für die Generation 55+/- und mehr, bisher in Kooperation mit Diedenbergen und Bremthal. Die „Konfis“ besuchen den Unterricht im Nachbarschaftsraum, in der Johannes-Gemeinde. Der Langenhainer Kirchenvorstand freut sich auf weitere gemeinsame Projekte.
Wenn Sie Langenhain kennenlernen möchten, so freuen wir uns jederzeit über Gäste. Fühlen Sie sich herzlich eingeladen und sprechen Sie uns unter kirchengemeinde.langenhain-im-taunus@ekhn.de oder telefonisch unter (06192) 27268 an! Infos finden Sie auch auf unserer Homepage www.langenhain-evangelisch.de.
Aus dem Auferstehungs-Mosaik, Ausgabe 3/2026
